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Hamburger Wurzeln der Bistritzkys

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Die Geschichte der Familie Bistritzky in Hamburg

2003 sind Rabbiner Shlomo Bistritzky und seine Frau Chani nach Hamburg gekommen, um im Hamburg jüdisches Wissen zu verbreiten und zu vertiefen.

Shlomo Bistritzky wandelt auf den Spuren seines Großvaters, Loeb Bistritzky, der 1926 in Hamburg geboren wurde und im Mai 2013 in Jerusalem verstarb. Loeb Bistritzky lebte mit seiner Familie in der Innocentiastraße und wurde 1932 in der Talmud-Tora-Schule eingeschult. Loebs Vater Markus war schon 1920 von Königsberg nach Hamburg gekommen. Markus Bistritzky führte damals ein gut gehendes Geschäft im Levantehaus in der Innenstadt.

Bei einer Auslandsreise hatte er erfahren, wie gefährdet Juden in Deutschland waren, und so konnte die Familie Anfang 1938 zunächst nach Rotterdam und dann nach New York fliehen. Das geschah nur wenige Monate vor dem Progrom. Die Urgroßeltern waren in Hamburg geblieben und galten lange Zeit als vermisst. Später wurde in Frankreich der Eintrag gefunden, dass sie 1942 von Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden.

Für seine Ururgroßeltern Rochma (geborene Krieger, 1875) und Levy Lagovier (geb. 1870) ließ Shlomo vor einigen Jahren vom Bildhauer Gunter Demnig Stolpersteine anfertigen, die vor ihrem Haus in der Innocentiastraße 64 ins Pflaster eingelassen wurden. Shlomos Urgroßmutter kam aus Lubawitsch, wo sie mit der späteren Frau des Lubawitscher Rebben, Menachem Mendel Schneerson, zusammen in den Kindergarten ging. Großvater Loeb hatte in New York in direkter Nachbarschaft zum Rebben gewohnt.

Rund 20.000 Juden lebten vor dem Krieg in Hamburg, weitere 5.000 in Altona. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde wohnten hauptsächlich in den Stadtvierteln Rotherbaum sowie in Harvestehude. Am Grindel war ein quirliges Viertel mit unzähligen jüdischen Geschäften, koscheren Cafés und Restaurants entstanden. Nach dem Holocaust war nichts Jüdisches mehr erhalten. Nur sehr langsam tauchten in den letzten Jahren erste jüdische Einrichtungen wieder auf. Die neue Jüdische Gemeinde wurde 1945 mit einer Versammlung von 72 Personen neu gegegründet. Heute hat sie rund 2.500 Mitglieder. Das alte Gebäude der Talmud-Tora-Schule am Grindelhof wurde renoviert und 2007 als neuer Sitz für die Jüdische Gemeinde sowie für die neue Joseph-Carlebach-Schule und den Ronald Lauder-Kindergarten eingeweiht.

Shlomo Bistritzky wurde in Jerusalem geboren und wuchs in Safed im Norden Isaels auf, wo sein Vater Levi, der älteste Sohn von Loeb Bistritzky, Oberrabbiner war. Gemeinsam mit seinen sieben Geschwistern besuchte er die Jeschiwa in Safed. Später studierte er in New York und Manchester. 1999 hat er in Berlin jüdisches Gesetz studiert und dort auch seine Ordination als Rabbiner erhalten. Vom Oberrabbiner des Staates Israel, Bakshi Doron, erhielt er 2003 eine Smicha, die ihn legitimiert, als Rabbiner in der Diaspora tätig zu sein. Im selben Jahr ist er mit seiner Frau nach Hamburg gekommen, um hier als Schluchim (hebr. Botschafter) des Lubawitscher Rebben die jüdische Gemeinde zu unterstützen. Als Shlomo Bistritzky den Wunsch äußerte, als Schluchim die jüdische Wahrheit in die Welt zu tragen, war es keine Frage, dass er nach Hamburg geschickt würde. „Wenn du an dem Ort, von dem ich fliehen musste, dazu beiträgst, dass jüdisches Leben dort wieder heimisch wird, dann ist das die beste Antwort auf den Holocaust,“ hatte der Großvater gesagt.

Seit Ende 2011 ist Shlomo Bistritzky auch Landesrabbiner der Freien und Hansestadt Hamburg.

Die Familie Bistritzky wohnt mit ihren acht Kindern wieder in der Nähe des Grindelviertels. Großvater Loeb kam erstmals 2006 zurück in seine Geburtsstadt, die er nie wieder sehen wollte. Hier eröffnete er gemeinsam mit seinem Enkel das Hamburger Chabad-Zentrum in der Rentzelstraße.

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